DIY Lautsprecherständer

Sandgedämpfter Lautsprecherständer mit Teilen aus dem Baumarkt.
Der Clou ist die innenliegende Kabelführung.

Hochwertige Lautsprecher muss man genau so aufstellen, wie dies vom Hersteller vorgesehen ist. Der Frequenzgang eines Lautsprechers wird wesentlich durch Größe und Geometrie seiner Schallwand beeinflusst. Und die endet nicht an der Unterkante der Box, sondern sie setzt sich über den Ständer fort.
Wenn eine Box also für den freischwebenden Betrieb konzipiert wurde, dann muss sie auch so aufgestellt werden.

Die hier zu sehenden Boxen von ME Geithain gelten für viele Hifi-Freaks als Geheimtipp, denn der Hersteller hat eine sehr gute Reputation im Studiobereich. Dort werden seine Abhörmonitore gern verwendet, wenn es auf absolute Klangtreue ankommt. Neben einer hörbar luftigen Durchzeichnung durch den sehr geringen Klirrfaktor spielt der gerade Frequenzgang hier seine Stärken aus. Und der wäre sofort hin, wenn man die Box nicht wie vom Hersteller gedacht aufstellt.
Natürlich gab es die passenden Ständer bei ME Geithain zu kaufen. Wir brauchten aber nur einen Ständer, da der zweite Lautsprecher an einer Wand montiert werden konnte. Also musste ein Selbstbau ran.

Neben der optischen und akustischen Zurückhaltung war das zweite Designkriterium die Kindersicherheit. Damit unsere kleinen Krabbelkinder nicht am Kabel ziehen können, sollte das Lautsprecherkabel im Inneren des Ständers verschwinden.

Aufbau des Lautsprecherständers

Materialbedarf:

Abb. 2: Oberes Austrittsloch, unteres Austrittsloch und Blick in das offene Rohr.

Die schwerste Aufgabe besteht darin, die beiden Löcher in das massive Metallrohr zu bekommen. Mit normalem Haushaltwerkzeug ist das etwas schwierig. In jedem Fall zeichnet man zunächst die Öffnung an und bohrt zunächst mit einem kleinen Metallbohrer. Ich habe auf dem gesamten Kreis mehrere kleine Löcher gesetzt und sie anschließend mit einem größeren Bohrer aufgeweitet. Eine automatische Stichsäge für Metall könnte helfen, dazu muss aber das Rohr absolut fest und verdrehsicher eingespannt sein. Die runde Öffnung muss nicht 100% genau sein, weil der Kabelschlauch später mit etwas Fugenmasse am Durchtrittsloch fixiert wird.

Nach dem Fräsen der Löcher kannst du den elastischen Kabelschlauch einziehen. Er ist etwas sperrig zu handhaben. Beide Durchtrittsöffnungen werden dann mit Fugenmasse (Silikon) abgedichtet, denn der Ständer soll ja anschließend noch mit Sand gefüllt werden. Die Fugenmasse kann von beliebiger Farbe sein und hinterher schwarz angemalt werden.

Nun kommt der Sand in das Rohr. Man kann ihn gut im dritten Bild erkennen.

 

Abb. 3: Bodenbefestigung durch Anschrauben. Deckplatte mit Aufsatzgewinde.

Jetzt kann der Ständer am Fußboden angeschraubt werden.

Wenn du deinem Fußboden keine Schrauben zumuten willst, könntest du den Metallfuß alternativ auf eine große Standplatte aus Sperrholz schrauben. Damit der Lautsprecherständer sicher steht, muss diese deutlich größer sein, als die obere Platte, so das der Drehpunkt der Standplatte außerhalb des Schwerpunktes der Box liegt. Diese Standplatte kann entweder dämpfend von unten mit einem Teppich beklebt werden, oder sie kann auf Spikes ruhen.
Optisch noch ansprechender wäre es, die Standplatte mit einem Loch in Größe des Rohrdurchmessers zu versehen, und sie von oben auf die Metallplatte des Rohres zu legen und das Ganze vom Boden her zu verschrauben.

Im letzten Schritt wird an die Holzplatte für den Lautsprecher von unten die Plastikabdeckung des Rohres geschraubt. (Abb. 3b) Da diese Abdeckung später nur um einige Grad gedreht werden kann, musst du den Deckel zunächst fest in das Rohr einschrauben und dann die Lage von Deckel und Holzplatte genau kennzeichnen.

Das Rohr selbst weist mit der Sandfüllung schon eine gute akustische Dämpfung auf. Auch die Stellfläche zwischen Ständer und Box sollte akustisch gedämpft werden. Ein Wischtuch aus dem Baumarkt erfüllt diesen Zweck. Zusätzlich sorgt es für einen rutschfesten Stand der Box. Fertig.

Seitenansicht mit eingefädeltem Lautsprecherkabel

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