Eine bassfeste Zwischenwand in Leichtbauweise

Durch ein paar zusätzliche Holzlatten erhält eine Zwischenwand in Leichtbauweise
eine gute akustische Dämpfung

Unser Wohnzimmer hatte eine offene Verbindung zum Flur, der wie ein Bassreflexkanal alle tiefen Töne in die anderen Zimmer leitete.
Als wir mit der Anschaffung einer 5.1-Anlage und eines Subwoofers unser Wohnzimmer zum Kinozimmer erweitern wollten, musste eine Trennwand mit guter Dämpfung im Bassbereich her. Die Lösung sollte in Leichtbauweise erfolgen und nicht zu viel kosten.

Aufbau der Trennwand in Leichtbauweise

 

Abb. 1: Gerüst der Zwischenwand wie üblich

Abb. 2: Diese Bretter verbessern die Dämpfung enorm

Für die Wand in Leichtbauweise werden zunächst wie üblich die U-Schienen an Boden und Decke angeschraubt, und dann die darin befestigten Längsprofile mit Winkeln oben und unten an Boden und Decke fixiert (Foto 1).

Im nächsten Schritt wird zunächst eine Wand komplett aus Gipskartonplatten eingezogen.

Der entscheidende Schritt kommt nun: Alle Fugen zwischen den Platten werden von hinten mit dicken Holzbrettern versteift. Diese Bretter sollten möglichst über die ganze Breite der Fugen reichen, wie es oben zu sehen ist (Foto 2).

Die Montage ist einfach. Man benötigt einen Helfer, der die Holzlatten von hinten festhält. Festgeschraubt werden sie von der Zimmerseite mit den selben selbstscheidenden Schrauben, mit denen auch die Gipskartonplatten am Gerüst angeschraubt werden. Diese Schrauben werden so fest gezogen, dass sich die Köpfe in die Gipsplatten ziehen. (Später werden alle Fugen und Schraublöcher verspachtelt.)

Die Montage der zweiten Wand habe ich der folgenden Skizze veranschaulicht:

Montage der bassfesten Zwischenwand in drei Schritten

Montage der bassfesten Wand in drei Schritten.

Fig. 1 zeigt die Montage der eben beschriebenen ersten Wand.

Fig. 2 hier sieht man, wie nach dem Anschrauben einer Gipskartonplatte zunächst das Holzbrett von außen her angeschraubt wird.

Fig. 3 im nächsten Schritt wird auf das nun feste Holzbrett die nächste Gipskartonplatte geschraubt.
Dann folgt eine Etage höher wieder das nächste Holzbrett wie in Fig. 2. Man arbeitet sich auf diese Weise von unten nach oben.

Ergebnisse

Vor dem Einbau der Zwischenwand wirkte der lange Flur hinter dem Zimmer wie ein Bass-Kanal. Man hatte im Rest der Wohnung das Gefühl, dass sich die Bässe aufschaukeln, also lauter gehört werden, als im Wohnzimmer selbst.
Nach dem Einbau der Zwischenwand ergaben sich die folgenden Messergebnisse. Das Testsignal war Pink noise, gemessen wurde jeweils vor und hinter der geschlossenen Tür:

Frequenzgang vor der Wand (grüne Kurve) und hinter der Tür

Testsignal-Lautstärke vor der Wand und dahinter

Und hier kann man die kleine Wave-Datei anhören (160 kB).

Extreme Modding

Die beste akustische Dämpfung erreicht man bekannterweise mit Masse und einem Material, das die Schallwellen über seine innere Reibung in Wärme umwandelt. Kurz gesagt: mit Sand.

Man könnte daher das Volumen zwischen den beiden Gipswänden mit anorganischem, wasserfreien Sand (Quarzsand) auffüllen, was jedoch unter Umständen die Stabilität beeinträchtigt. Prinzipiell ginge das ebenso mit eingeschichteten Sandsäcken.
(Achtung: Auf keinen Fall Sand mit organischen Beimengungen oder feuchten Sand verwenden! In beiden Fällen kann sich Schimmel bilden.)

Für unsere Verhältnisse hat sich die oben beschriebene Lösung jedoch als völlig ausreichend erwiesen.

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